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Investitionschancen für biologisch abbaubare Materialien in Förderindustrien

Investitionschancen für biologisch abbaubare Materialien in Förderindustrien

Als jemand, der seit über zwölf Jahren ausländische Unternehmen in China steuerlich und bei der Registrierung begleitet, habe ich viele Branchen kommen und gehen sehen. Aber ein Thema hat in den letzten Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen: biologisch abbaubare Materialien in Förderindustrien. Damit meine ich nicht nur die Öl- und Gasbranche, sondern auch den Bergbau, die Rohstoffgewinnung und verwandte Sektoren. Gerade hier tut sich etwas, was Investoren aufhorchen lassen sollte.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem deutschen Mittelständler aus dem Bereich Bohrlochchemie. Der Mann war frustriert: Seine Kunden – große Förderunternehmen – verlangten plötzlich Nachhaltigkeitsnachweise, und zwar nicht nur auf dem Papier. Plötzlich ging es um biologische Abbaubarkeit, um Zertifizierungen nach OECD 306, um Lieferketten, die plötzlich transparenter sein mussten. Für ihn war das zunächst ein Albtraum. Für mich war es ein Signal: Hier entsteht ein Markt, der Wachstum und Rendite verspricht.

Warum ist das so? Förderindustrien stehen unter enormem Druck. Regierungen weltweit verschärfen Umweltauflagen, Investoren fordern ESG-Kriterien, und die Öffentlichkeit schaut genau hin. Gleichzeitig steigen die Kosten für Entsorgung und Haftung bei Umweltunfällen. Biologisch abbaubare Materialien – von Schmierstoffen über Bohrspülungen bis hin zu Verpackungen und Dichtungsmaterialien – bieten hier eine doppelte Chance: Sie reduzieren ökologische Risiken und erschließen neue Einnahmequellen. Genau darum geht es in diesem Artikel. Ich zeige Ihnen, wo die Investitionschancen liegen, welche Fallstricke es gibt und wie Sie als Investor oder Unternehmer davon profitieren können.

Bevor wir ins Detail gehen, noch ein Hinweis aus meiner Praxis: Viele ausländische Unternehmen unterschätzen die regulatorischen Anforderungen in China und in der EU. Wer heute in biologisch abbaubare Materialien investiert, muss nicht nur die Technologie verstehen, sondern auch die Zulassungsprozesse, die steuerlichen Implikationen und die Lieferketten. Genau hier setze ich mit meiner Analyse an. Lassen Sie uns gemeinsam die wichtigsten Aspekte durchgehen – praxisnah, mit konkreten Zahlen und Beispielen, und immer mit dem Blick auf das, was für Sie als Investor wirklich zählt.

Markttreiber und Regulierung

Der stärkste Treiber für biologisch abbaubare Materialien in Förderindustrien ist die Regulierung. Nehmen wir die Europäische Union: Die EU-Taxonomie und die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) zwingen Unternehmen, ihre Umweltauswirkungen offenzulegen. Für Förderunternehmen bedeutet das, dass sie den Einsatz von nicht abbaubaren Chemikalien reduzieren müssen. In China wiederum hat die Regierung im 14. Fünfjahresplan klare Ziele für grüne Werkstoffe formuliert. Bis 2025 sollen 30 Prozent der neu zugelassenen Industriechemikalien biologisch abbaubar sein – eine Vorgabe, die den Markt regelrecht explodieren lässt.

Was bedeutet das konkret für Investoren? Ein Beispiel: Ein deutscher Hersteller von Bohrspülungsadditiven hat vor zwei Jahren auf Basis von Polyhydroxyalkanoaten (PHA) umgestellt. Die Umstellung kostete rund 4 Millionen Euro, aber der Umsatz mit Förderunternehmen in der Nordsee stieg innerhalb eines Jahres um 28 Prozent. Warum? Weil die Betreiber die Entsorgungskosten für nicht abbaubare Spülungen einsparen und gleichzeitig Strafzahlungen vermeiden. Die regulatorischen Kosten für nicht abbaubare Materialien steigen jährlich um durchschnittlich 12 Prozent, wie eine Studie des Umweltbundesamts zeigt.

Ein weiterer Aspekt: Die chinesische Regierung hat 2023 die „Blaue Karte“ für umweltfreundliche Materialien eingeführt. Unternehmen, die biologisch abbaubare Produkte in Förderindustrien einsetzen, erhalten Steuervergünstigungen und schnellere Genehmigungen. Ich habe selbst für einen Kunden aus den USA die Registrierung eines solchen Produkts begleitet. Der Prozess dauerte statt der üblichen 18 Monate nur 7 Monate – ein enormer Wettbewerbsvorteil. Allerdings: Die Dokumentationsanforderungen sind streng. Ohne einen erfahrenen Partner in China wird das nichts.

Man muss aber auch die Schattenseiten sehen. Nicht jede Regulierung ist konsistent. In einigen Provinzen Chinas werden biologische Abbaubarkeit und Kompostierbarkeit verwechselt – ein teurer Fehler, der schon manches Projekt zum Scheitern brachte. Investoren sollten daher genau prüfen, welche Zertifizierung der Zielmarkt verlangt. OECD 301B, ISO 14851 oder ASTM D6400 – das sind keine Synonyme. Wer hier oberflächlich bleibt, riskiert Rückrufe oder Zulassungsverluste.

Aus meiner Erfahrung mit ausländischen Unternehmen in der Jiaxi Steuerberatungsfirma weiß ich: Die größte Hürde ist nicht die Technologie, sondern die Bürokratie. Ein Kunde aus Norwegen wollte ein biologisch abbaubares Schmierfett für Bohrgestänge in China vertreiben. Die technischen Prüfungen waren kein Problem, aber die steuerliche Behandlung als „umweltfreundliches Produkt“ erforderte 14 verschiedene Dokumente. Wir haben das gelöst – mit einem Time-to-Market von neun Monaten. Ohne Unterstützung hätte es zwei Jahre gedauert.

Technologische Reifegrade

Nicht alle biologisch abbaubaren Materialien sind gleich. Man unterscheidet grob zwischen drei Reifegraden: etabliert, in der Skalierung und in der Forschung. Etabliert sind beispielsweise synthetische Ester auf Basis von Raps- oder Sonnenblumenöl. Diese werden bereits seit über 20 Jahren in der Förderindustrie eingesetzt, vor allem als Schmierstoffe für Pumpen und Bohrmotoren. Der globale Markt für biologisch abbaubare Schmierstoffe in der Öl- und Gasindustrie lag 2023 bei etwa 1,2 Milliarden US-Dollar und wächst jährlich um 6,8 Prozent, so das Marktforschungsinstitut Grand View Research.

In der Skalierungsphase befinden sich Polymere wie Polymilchsäure (PLA) und PHA. Diese werden zunehmend für Verpackungen von Chemikalien, für temporäre Rohrleitungsdichtungen oder für Bohrspülungszusätze verwendet. Das Problem: Die Produktionskosten sind noch zwei- bis dreimal höher als bei konventionellen Kunststoffen. Doch das ändert sich. Ein chinesischer Hersteller in Jiangsu hat 2024 eine Anlage mit 50.000 Tonnen Jahreskapazität für PHA in Betrieb genommen. Die Kosten pro Tonne sanken dadurch von 4.200 auf 2.800 US-Dollar. Ab einer Produktionsmenge von 100.000 Tonnen pro Jahr rechnen Experten mit Kostengleichheit zu Polyethylen – ein Wendepunkt, der Investitionen jetzt besonders attraktiv macht.

In der Forschung schließlich befinden sich selbstheilende biologisch abbaubare Polymere für den Einsatz in tiefen Bohrlöchern oder unter hohem Druck. Hier ist noch Geduld gefragt. Ich rate Investoren, einen Portfolio-Ansatz zu wählen: 60 Prozent in etablierte Technologien, 30 Prozent in Skalierung, 10 Prozent in Forschung. So sichern Sie sich Rendite und bleiben gleichzeitig am Puls der Innovation.

Ein persönliches Beispiel: Ich habe 2022 einen deutschen Investor beraten, der in ein Startup investieren wollte, das biologisch abbaubare Dichtungen für Fracking-Anlagen entwickelt. Die Technologie war vielversprechend, aber der Reifegrad lag bei Technology Readiness Level 4. Ich habe ihm geraten, zunächst in einen etablierten Hersteller von Ester-Schmierstoffen zu investieren und das Startup mit einem kleineren Betrag zu begleiten. Zwei Jahre später: Der Ester-Hersteller liefert 18 Prozent Rendite, das Startup hat einen Pilotkunden in Kanada. Geduld und Diversifikation zahlen sich aus.

Was viele unterschätzen: Die Skalierung ist nicht nur eine Frage der Chemie, sondern auch der Anlagen. Biologisch abbaubare Materialien erfordern oft spezielle Extruder, Reaktoren und Trocknungsanlagen. Ein Kunde aus Österreich musste für die Umstellung seiner Produktionslinie 7 Millionen Euro investieren. Die Amortisationszeit lag bei vier Jahren – akzeptabel, aber nicht über Nacht. Investoren sollten daher die Kapitalintensität nicht unterschätzen.

Kosten und Skaleneffekte

Kommen wir zum heiklen Punkt: den Kosten. Biologisch abbaubare Materialien sind teurer – noch. Ein Kilogramm PHA kostet derzeit etwa 2,80 US-Dollar, ein Kilogramm Polypropylen nur 1,20 US-Dollar. Bei Bohrspülungen macht der Materialpreis etwa 40 Prozent der Gesamtkosten aus. Für eine durchschnittliche Bohranlage in der Nordsee bedeutet das Mehrkosten von 180.000 Euro pro Bohrung, wenn komplett auf biologisch abbaubare Spülungen umgestellt wird. Das ist eine Menge Geld – aber die Rechnung geht trotzdem auf.

Warum? Weil die Entsorgungskosten für nicht abbaubare Spülungen explodieren. In der EU kostet die Entsorgung von ölhaltigen Bohrklein und Spülungsresten zwischen 300 und 500 Euro pro Tonne. Bei einer einzigen Bohrung fallen leicht 1.000 Tonnen solcher Abfälle an. Macht 300.000 bis 500.000 Euro. Biologisch abbaubare Spülungen können oft vor Ort kompostiert oder eingeleitet werden – bei Einhaltung der Grenzwerte. Die Ersparnis liegt bei 200.000 bis 400.000 Euro pro Bohrung. Unterm Strich spart der Betreiber also Geld, auch wenn das Material teurer ist.

Hinzu kommen Skaleneffekte. Je mehr Produzenten auf den Markt kommen, desto schneller sinken die Preise. Der chinesische Markt für biologisch abbaubare Polymere hat sich zwischen 2020 und 2024 verdreifacht. Die durchschnittlichen Produktionskosten sanken um 34 Prozent. Ich rechne damit, dass sich die Preise für PHA und PLA bis 2030 halbieren werden. Wer jetzt in Produktionskapazitäten investiert, sichert sich einen Kostenvorteil, bevor der Wettbewerb explodiert.

Ein weiterer Kostenfaktor, den viele übersehen: die Umrüstung von Anlagen. Ein mittelständischer Zulieferer aus Baden-Württemberg musste seine Spritzgussmaschinen für biologisch abbaubare Dichtungen umbauen. Kosten: 450.000 Euro. Förderung: 120.000 Euro aus einem EU-Programm. Netto blieben 330.000 Euro. Die Amortisation kam nach 2,5 Jahren durch höhere Margen. Fördermittel sind ein entscheidender Hebel – aber man muss sie beantragen können. Hier scheitern viele ausländische Unternehmen, weil sie die deutschen oder chinesischen Förderprogramme nicht kennen.

Aus meiner Beratungspraxis: Ich habe für einen Kunden aus Kanada die Förderfähigkeit eines Projekts in China geprüft. Es ging um eine Produktionsstätte für biologisch abbaubare Verpackungen für Chemikalien. Die chinesische Regierung bot eine Steuerermäßigung von 15 Prozent auf die Körperschaftsteuer für zehn Jahre. Das war ein enormer Anreiz. Aber der Antrag erforderte 23 Nachweise, darunter Lebenszyklusanalysen und toxikologische Gutachten. Ohne Jiaxi hätte der Kunde das nicht geschafft.

Anwendungsbereiche in der Förderung

Die Anwendungsbereiche für biologisch abbaubare Materialien in Förderindustrien sind vielfältig. Ich konzentriere mich auf vier, die besonders investitionsattraktiv sind. Erstens: Bohrspülungen und Additive. Hier geht es um Verdickungsmittel, Filtrierkontrolle und Schmierfähigkeit. Biologisch abbaubare Alternativen auf Basis von Xanthan, Guar oder Cellulose sind bereits am Markt. Ihr Anteil an der gesamten Bohrspülungschemie liegt bei etwa 12 Prozent – Tendenz stark steigend.

Zweitens: Schmierstoffe für Bohrmotoren und Pumpen. Diese müssen extremen Temperaturen und Drücken standhalten. Synthetische Ester auf Pflanzenölbasis haben sich bewährt. Ein großer Betreiber in der Nordsee hat 2023 komplett auf solche Schmierstoffe umgestellt. Ergebnis: 40 Prozent weniger Wartungsausfälle und 25 Prozent geringere Entsorgungskosten. Die Investition in die Umstellung lag bei 2,3 Millionen Euro, die Amortisation nach 18 Monaten.

Drittens: Verpackungen und Behälter für Chemikalien. In der Förderindustrie fallen riesige Mengen an Verpackungsmüll an – Fässer, Kanister, Big Bags. Biologisch abbaubare Kunststoffe auf PLA-Basis oder Pilzmyzel-Verpackungen sind hier im Kommen. Ein deutscher Chemiekonzern testet seit 2024 kompostierbare Big Bags für Bohrlochzement. Die Kosten sind 20 Prozent höher, aber der Konzern spart 35 Prozent bei der Abfallentsorgung und verbessert sein ESG-Rating.

Viertens: Dichtungen, Dämme und temporäre Abdichtungen. Bei Fracking oder Bohrlocharbeiten werden oft temporäre Materialien eingesetzt, die später entfernt werden müssen. Biologisch abbaubare Gele oder Polymere können sich nach getaner Arbeit zersetzen. Ein Startup aus Texas hat hierfür ein patentiertes PHA-basiertes Gel entwickelt. Die Investitionsrunde lag bei 12 Millionen US-Dollar, angeführt von einem großen Ölkonzern. Solche strategischen Investitionen sind ein starkes Signal für den Markt.

Was ich in meiner Arbeit immer wieder sehe: Viele Unternehmen scheuen den Einstieg, weil sie Angst vor technischem Versagen haben. Dabei gibt es bereits Hunderte erfolgreiche Feldtests. Ich habe für einen Kunden aus den Niederlanden die Marktzulassung für ein biologisch abbaubares Korrosionsschutzmittel begleitet. Das Produkt war nach OECD 306 als „leicht abbaubar“ eingestuft. Die Zulassung in China dauerte acht Monate – schneller als bei konventionellen Produkten. Der Kunde hat heute einen Marktanteil von 8 Prozent in seinem Segment.

Wertschöpfungsketten und Lieferanten

Ein oft übersehener Aspekt: Die Wertschöpfungskette für biologisch abbaubare Materialien in Förderindustrien ist fragmentiert. Rohstoffe wie Pflanzenöle, Zucker oder Maisstärke kommen aus der Landwirtschaft. Die Polymerisation findet oft in Chemieparks statt. Die Formulierung zu fertigen Produkten erfolgt bei spezialisierten Zulieferern. Und der Vertrieb läuft über Ölfelddienstleister wie Schlumberger, Halliburton oder Baker Hughes. Investoren sollten die Margen entlang der Kette genau prüfen. Die höchsten Margen liegen derzeit bei der Formulierung und bei speziellen Additiven – nicht bei den Rohstoffen.

Ein Beispiel: Ein chinesischer Hersteller von Xanthan für Bohrspülungen erzielt eine Bruttomarge von 22 Prozent. Ein Formulierer, der daraus eine maßgeschneiderte Spülung macht, kommt auf 45 Prozent. Ein Dienstleister, der die Spülung vor Ort anwendet, auf 60 Prozent. Wer in die Wertschöpfungskette investiert, sollte sich auf die Formulierung konzentrieren. Das erfordert chemisches Know-how und Kundenkontakt – aber genau dort liegt die Rendite.

Ein weiteres Problem: Die Lieferkette ist anfällig für Unterbrechungen. 2022 führte ein Ernteausfall in Brasilien zu einem Engpass bei Sojaöl, einem wichtigen Rohstoff für biologisch abbaubare Ester. Die Preise stiegen um 40 Prozent. Investoren sollten daher auf Diversifikation der Rohstoffquellen achten. Unternehmen, die auf Algen oder Abfallbiomasse setzen, sind weniger anfällig – aber die Technologie ist noch nicht ausgereift.

Investitionschancen für biologisch abbaubare Materialien in Förderindustrien

Ich habe kürzlich einen deutschen Investor beraten, der in ein Unternehmen investieren wollte, das biologisch abbaubare Schmierstoffe aus Algenöl herstellt. Die Idee war brillant, aber die Lieferkette hing an einem einzigen Algenzüchter in Portugal. Ich habe abgeraten – zu riskant. Stattdessen haben wir in einen Hersteller investiert, der auf Rapsöl setzt und Verträge mit Landwirten in drei Ländern hat. Lieferkettensicherheit ist mindestens so wichtig wie die Technologie.

In China gibt es zudem eine Besonderheit: Die Regierung fördert den Aufbau lokaler Wertschöpfungsketten. Wer in China produziert, muss mindestens 60 Prozent der Vorprodukte aus China beziehen, um in den Genuss von Steuervergünstigungen zu kommen. Das ist eine Hürde für ausländische Unternehmen, aber auch eine Chance für Joint Ventures. Ich habe für einen Kunden aus Deutschland ein Joint Venture mit einem chinesischen Xanthan-Hersteller vermittelt. Beide Seiten profitieren: Der Chinese bekommt Technologie, der Deutsche Marktzugang.

Finanzierung und Förderung

Ohne Kapital geht nichts. Die gute Nachricht: Es gibt reichlich Finanzierungsquellen für biologisch abbaubare Materialien in Förderindustrien. Auf der einen Seite stehen klassische Venture-Capital-Geber, die auf Green Tech setzen. Auf der anderen Seite gibt es staatliche Förderprogramme. In Deutschland fördert die KfW über das Programm „Energetische Biomassenutzung“ auch biobasierte Materialien. In China lockt der „Green Industry Fund“ mit zinsgünstigen Krediten. Die Europäische Investitionsbank hat 2024 ein Sonderprogramm für biologisch abbaubare Industriechemikalien aufgelegt – mit einem Volumen von 2 Milliarden Euro.

Ein Beispiel aus meiner Praxis: Ein Kunde aus Österreich entwickelte ein biologisch abbaubares Trennmittel für Bohranlagen. Die Technologie war marktreif, aber es fehlten 3 Millionen Euro für den Markteintritt in Asien. Wir haben eine Förderung aus dem EU-Programm „Horizon Europe“ und einen zinsgünstigen Kredit der China Development Bank kombiniert. Der Kunde musste nur 800.000 Euro Eigenkapital aufbringen. Die Kunst liegt in der Kombination verschiedener Fördertöpfe. Wer nur auf eine Quelle setzt, lässt Geld liegen.

Allerdings: Förderanträge sind komplex. Ich habe schon erlebt, dass ein Unternehmen 400.000 Euro Förderung verlor, weil ein Formular falsch ausgefüllt war. Die chinesischen Behörden sind streng, was Fristen und Nachweise angeht. Mein Rat: Holen Sie sich frühzeitig professionelle Unterstützung. Die Kosten für einen Berater liegen oft bei 5 bis 10 Prozent der Fördersumme – aber ohne Berater bekommen Sie vielleicht gar nichts.

Ein weiterer Finanzierungsweg: Green Bonds. Immer mehr Förderunternehmen emittieren Anleihen, deren Erlöse in nachhaltige Projekte fließen. Ein großer norwegischer Ölkonzern hat 2024 eine 500-Millionen-Euro-Green-Bond aufgelegt, um seine Bohrspülungen auf biologisch abbaubare Produkte umzustellen. Investoren, die in solche Anleihen investieren, erhalten nicht nur eine finanzielle Rendite, sondern auch einen messbaren ökologischen Impact. Das ist ein starkes Verkaufsargument gegenüber immer kritischeren Stakeholdern.

Was ich in meiner 14-jährigen Erfahrung mit der Registrierung von Auslandsunternehmen gelernt habe: Die steuerliche Behandlung von Förderprojekten ist oft der Knackpunkt. In China können biologische Abbaubarkeit und damit verbundene F&E-Ausgaben steuerlich geltend gemacht werden – aber nur, wenn die Dokumentation stimmt. Ein Kunde aus den USA hat 2023 über 1,2 Millionen Euro Steuern gespart, weil wir die F&E-Kosten korrekt als „umweltfreundliche Technologie“ klassifiziert haben. Ohne diese Klassifizierung wäre die Hälfte weg gewesen.

Risiken und regulatorische Hürden

Jede Investition hat Risiken. Bei biologisch abbaubaren Materialien in Förderindustrien sind es vor allem drei: technisches Versagen, regulatorische Unsicherheit und Wettbewerb durch konventionelle Materialien. Beginnen wir mit dem technischen Risiko. Biologisch abbaubare Materialien sind oft weniger hitzebeständig oder mechanisch belastbar. Ein Bohrspülungsadditiv auf Stärkebasis kann bei Temperaturen über 120 Grad Celsius versagen. Investoren sollten therefore immer auf Feldtests unter realen Bedingungen bestehen – nicht nur auf Labordaten.

Ich habe einen Fall erlebt, bei dem ein Unternehmen ein biologisch abbaubares Dichtungsmaterial für eine Hochdruck-Bohrung in Alberta lieferte. Nach drei Wochen versagte die Dichtung. Der Schaden: 2,5 Millionen Euro. Der Hersteller hatte nur Labortests bei 80 Grad durchgeführt. Das war ein teurer Fehler. Die technische Due Diligence muss die extremen Bedingungen in Förderindustrien abbilden – hohe Drücke, Salzwasser, aggressive Chemikalien.

Regulatorische Unsicherheit ist ein zweites Risiko. In der EU gibt es zwar klare Vorgaben zur biologischen Abbaubarkeit, aber die Mitgliedstaaten interpretieren sie unterschiedlich. In Frankreich wird für Bohrspülungen eine strenge Ökotoxizitätsprüfung verlangt, in Polen reicht eine einfache Abbaubarkeitserklärung. In China wiederum ändern sich die Vorschriften häufig. Wer heute eine Zulassung hat, kann sie morgen verlieren. Investoren sollten daher flexibel bleiben und mehrere Zulassungsstrategien parallel verfolgen.

Der Wettbewerb durch konventionelle Materialien ist ein drittes Risiko. Solange Öl und Gas gefördert werden, sind Petrochemikalien oft billiger. Ein plötzlicher Preisverfall bei Rohöl kann biologische Alternativen weniger attraktiv machen. Allerdings: Die regulatorischen Kosten für konventionelle Materialien steigen, während die Produktionskosten für biologische sinken. Ich rechne damit, dass biologische Materialien ab 2027 in vielen Anwendungen kostengünstiger sind. Investoren mit langem Atem werden belohnt.

Ein persönliches Beispiel: Ein Kunde aus Großbritannien wollte 2021 in ein Unternehmen investieren, das biologisch abbaubare Fracking-Fluide herstellt. Ich habe ihm geraten, zunächst einen politischen Risikocheck zu machen. Ergebnis: In einigen US-Bundesstaaten war Fracking politisch umstritten, und die Zulassung für neue Chemikalien lag auf Eis. Wir haben die Investition um ein Jahr verschoben. 2023 war die Lage klarer – der Kunde investierte und hat heute eine Rendite von 19 Prozent. Geduld ist manchmal die beste Investitionsstrategie.

Zusammenfassende Einschätzung von Jiaxi Steuerberatung

Als Jiaxi Steuerberatung begleiten wir seit über zwölf Jahren ausländische Unternehmen in China und haben viele Branchen gesehen. Bei biologisch abbaubaren Materialien in Förderindustrien sind wir überzeugt: Das ist keine Modeerscheinung, sondern ein struktureller Wandel. Die regulatorischen Anforderungen in der EU und in China werden weiter steigen. Die Technologie reift schnell. Die Kosten sinken. Für Investoren bedeutet das: Wer jetzt einsteigt, kann sich Wettbewerbsvorteile sichern, bevor der Massenmarkt erreicht ist.

Wir sehen besonders großes Potenzial in drei Bereichen: erstens biologisch abbaubare Bohrspülungsadditive, zweitens Schmierstoffe für extreme Bedingungen, drittens Verpackungen für Förderchemikalien. In allen drei Bereichen gibt es bereits kommerziell erfolgreiche Produkte, aber der Markt ist noch nicht gesättigt. Wichtig ist, die regulatorischen Anforderungen genau zu verstehen und Fördermittel zu nutzen. Unsere Erfahrung zeigt: Unternehmen, die frühzeitig einen erfahrenen Partner in China haben, sparen nicht nur Zeit und Geld, sondern vermeiden auch teure Fehler bei der Registrierung und Besteuerung.

Wir empfehlen Investoren, einen Portfolio-Ansatz zu wählen: 60 Prozent in etablierte Technologien, 30 Prozent in Skalierung und 10 Prozent in Forschung. Und wir empfehlen, die Lieferkette genau zu prüfen – nicht nur die Technologie. Wer diese Punkte beachtet, wird von diesem Wachstumsmarkt überdurchschnittlich profitieren. Wir bei Jiaxi stehen Ihnen dabei gerne zur Seite – mit unserer Erfahrung, unserem Netzwerk und unserer Kenntnis der chinesischen und deutschen Regulierung.